Category Archives for "Abfindung"

MyAbfindung Der MyAbfindungsfaktor

Der My Abfindung Faktor

By M. Waitschies | Abfindung

Der My Abfindung Faktor. Was ist das eigentlich?

Abfindung Faktor oder Abfindungsformel?

Stelle Dir vor, Dein Chef hat Dir gekündigt. Vielleicht denkst Du: Dumm gelaufen. So richtig toll fand ich das hier gar nicht – immerhin bekomme ich jetzt eine Abfindung!

Nur: Wie hoch ist diese Abfindung eigentlich und mit welchem Abfindungsfaktor oder Abfindungsformel lässt sich das berechnen?

Es gibt sehr viele Abfindungsrechner im Internet, die Dir eine Antwort geben sollen. Sie fragen Dich nach der Anzahl Deiner Jahre im Betrieb und nach Deinem Bruttogehalt, das Du pro Monat verdienst. Und dann errechnen sie mit einer ganz einfachen Abfindungsformel Deine mögliche Abfindung.  

Diese Abfindungsformel heißt: Ein halbes Bruttogehalt pro Monat mal die Anzahl der Jahre, die Du im Betrieb vollendet hast. Kurz: Ein halbes Brutto-Monats-Gehalt pro Beschäftigungs-Jahr.

Doch diese Abfindungsformel ist 0815!

Diese Abfindungsformel stammt aus dem Kündigungsschutzgesetz. Dort steht, dass ein Arbeitgeber einem Arbeitnehmer ein Angebot in dieser Höhe unterbreiten kann, wenn er den Betrieb verkleinern oder aufgeben möchte. Klagt der Arbeitnehmer dann nicht, hat er Anspruch auf ein halbes Gehalt pro Beschäftigungsjahr.

Eine Arbeitsrichterin in Lübeck, bei der ich schon ein paar Mal verhandelt habe, nimmt diese Formel und schlägt entsprechende Abfindungen vor, wenn sie nicht absehen kann, wer am Ende den Fall gewinnt. Sprechen also genau so viele Gründe für wie gegen den Arbeitgeber, ist die Abfindungsformel mit dem halben Gehalt ein guter Gradmesser. 

Auch wer bereits sehr lang bei seinem Unternehmen arbeitet, kann davon profitieren. Mit sehr lang meine ich mindestens 20 Jahre. Denn dann ergibt die Abfindungsformel, dass mindestens 10 Brutto-Monats-Gehälter als Abfindung heraus kommen!

In den anderen Fällen ist diese Abfindungsformel aber 0815 – und wirklich nicht zu empfehlen!

Warum?

Ein Beispiel: Ich bin zwei Jahre bei einer Beratungsfirma beschäftigt und verdiene 3.500,00 Euro brutto pro Monat. Wie viel Geld bekomme ich nach dem 0815- Abfindung Faktor als Abfindung? Richtig: 3.500,00 Euro brutto. Findest Du das genug?

Zweites Beispiel: Ich bin zwei Jahre und 10 Monate bei dieser Firma beschäftigt. Wie hoch wäre die Abfindung? Wieder 3.500,00 Euro brutto nach der 0815 Abfindungsformel. Findest Du das noch okay?

Darum rate ich zu einer anderen Berechnung, mit dem My Abfindung Faktor! Er hat – gerade bei kürzeren Arbeitsverhältnissen - viel höhere Beträge als Abfindung zur Folge!

Wie geht das?

Nehmen wir das Beispiel mit der Beratungsfirma. Ich bin dort zwei Jahre und zwei Monate beschäftigt, verdiene 3.500,00 Euro brutto pro Monat. Mein Chef kündigt am 25. November. Meine Kündigungsfrist beträgt einen Monat zum Monatsende. Der Vertrag soll laut Kündigung also am 31. Dezember beendet sein. 

Wenn ich nun innerhalb der gesetzlichen Frist von drei Wochen Klage erhebe gegen die Kündigung, wird das Gericht irgendwann im Januar oder im Februar eine erste Verhandlung ansetzen – so rund vier Woche nach Erhalt meiner Klage.  

Zu dieser Zeit zahlt mein Arbeitgeber schon kein Gehalt mehr. Er meint ja, der Vertrag sei mit Ablauf des 31. Dezember beendet.

Wenn ich nun aber in der ersten Gerichtsverhandlung nicht einverstanden bin mit der Kündigung oder einem Angebot nach 0815 Abfindungsformel, dann legt das Gericht einen zweiten Termin fest – meist ein halbes Jahr nach dem ersten Termin. Bei diesem zweiten Termin soll dann in der Regel eine Entscheidung fallen. 

Wir sind - wie gesagt - im Januar. Der nächste Termin wäre dann im Juli – also sieben Monate nach dem vom Arbeitgeber gewünschten Ende des Arbeitsvertrages.

Was passiert bis dahin?

Ich bekomme Arbeitslosengeld I, ich suche neue Arbeit, ich hebe die Bewerbungen auf. 

Dann kommt der zweite Termin im Juli, in dem die alte Kündigung verhandelt werden soll. Nehmen wir an, der Richter erklärt, die Kündigung sei unwirksam. Was geschieht dann? Dann muss der Arbeitgeber mich wieder einstellen – oder in Berufung gehen.

In die Berufung gehen die wenigsten Arbeitgeber. Er muss Dich also eigentlich wieder einstellen.

Und was ist mit dem Gehalt seit Januar?

Verliert der Arbeitgeber, muss er mir das nicht gezahlte Gehalt von Januar bis Juli nachzahlen – abzüglich des Arbeitslosengeldes I, das ich bekommen habe. 

Das wären also mindestens sieben Gehälter, bei einem Gehalt von 3.500,00 Euro also 24.500,00 Euro brutto!!! Plus Sozialversicherungsbeiträge! Aber minus Arbeitslosengeld I.

Und wie viel hätte ich bekommen, wenn ich auf die 0815 Abfindungsformel zur Abfindungsberechnung eingegangen wäre? 3.500,00 Euro brutto!

Ein  ganz schöner Unterschied, oder?

Erfährt der Arbeitgeber in der zweiten Verhandlung im Juli, dass er keine Chance hat, wird er aller Wahrscheinlichkeit nach ein deutlich höheres Angebot unterbreiten. Die Untergrenze ist dabei für Dich das Geld, dass Du seit Januar nicht verdient hast. Die Obergrenze ist offen. Ich habe auf diese Weise einmal einem Arbeitnehmer, der fristlos gekündigt war, ein ganzes Jahresgehalt erstritten.

Wenn Du also im Juli nicht wieder zurück willst zu Deinem alten Chef, wirst Du eine Abfindung vereinbaren, die wesentlich höher ist als der 0815-Faktor.

Welche Risiken nun hat dieser Ansatz?

Risiko 1: Die Kündigung ist wirksam.

Wenn die Kündigung doch wirksam ist, muss der Arbeitgeber kein Geld von Januar bis Juli nachzahlen. Dann wäre es besser gewesen, die 3.500,00 Euro brutto am Anfang zu nehmen. 

Aber: Bei allen Fällen, die ich in mehr als zehn Jahren bearbeitet habe, waren mindestens 90 Prozent der Kündigungen unwirksam! Das Risiko ist also zu vernachlässigen. 

Ausnahme: Du arbeitest in einem Betrieb, der weniger als 10 Vollzeitarbeitnehmer beschäftigt oder Du bist noch nicht ein halbes Jahr in der Firma. Dann greift das Kündigungsschutzgesetz nicht und der Arbeitgeber kann ohne irgendeinen Grund kündigen.

Risiko 2: Du findest sofort neue Arbeit.

Nehmen wir an, Du kannst schon am 1. Januar bei einer neuen Firma anfangen. Wenn Du dort dann auch bleiben möchtest, kann der Arbeitgeber lächeln und sagen: Kommen Sie doch zu uns zurück! Wir haben eine Abfindung angeboten? Die zahlen wir jetzt nicht mehr. Allerdings: Selbst wenn Du neue Arbeit findest, ist der My Abfindung Faktor meist besser. Nehmen wir, Du beginnst bei Deinem neuen Arbeitgeber am 1. April. Dann erhältst Du immer noch drei Brutto-Gehälter, das sind in meinem Beispiel 10.500,00 Euro statt der 0815-Abfindung von 3.500,00 Euro brutto.

Risiko 3: Du kannst Dir eine Einbuße nicht leisten

Wenn der Arbeitsvertrag ausläuft und Du noch keine Arbeit hast, bekommst Du Arbeitslosengeld. Das sind für Menschen ohne Kinder rund 60 Prozent Deines bisherigen Nettogehaltes – und wesentlich weniger als das, wenn Du sehr viel Geld verdienst. Hast Du Schulden und kannst mit den 60 Prozent nicht auskommen, wirst Du nicht ein halbes Jahr auf mehr Geld nach dem My Abfindung Faktor warten können.

Risiko 4: Der Arbeitgeber holt Dich zurück

Manche Arbeitgeber bieten in der ersten Verhandlung an, dass sie die Kündigung zurück ziehen und Du gleich am nächsten Tag wieder in die Firma kommen kannst. Und dann heißt es meist: Arbeiten auf einem Arbeitsplatz, der so richtig wenig Spaß macht. Oder Du wirst versetzt in eine andere Stadt. Oder der Arbeitgeber versucht Dir irgendwie anders, das Leben schwer zu machen. In diesen Fällen brauchst Du gute Nerven. Ich kenne einen Arbeitnehmer, der hat das durchgezogen bei einem Großunternehmen, ist mehrere Monate in einen leeren Raum ohne Arbeit gegangen und hat seine Zeit dort abgesessen. Dann wurde er freigestellt und wird seitdem ohne zu arbeiten weiter gezahlt – seit mittlerweile zwölf Jahren!!! 

Fazit: Der My Abfindung Faktor macht in den meisten Fällen Sinn und kommt häufig zu höheren Abfindungen als die 0815-Abfindungsformel.

Mit dem Abfindungsrechner von MyAbfindung haben wir für Dich ein Instrument geschaffen, mit dem Du die Berechnung Deiner möglichen Abfindungshöhe ausprobieren kannst. 

Stimmt das eigentlich, dass immer  Abfindungen gezahlt werden müssen? 

Leider nein. Nicht immer müssen Unternehmen Abfindungen zahlen. Es gibt sogar in den wenigsten Fällen einen gesetzlichen Anspruch. Aber die meisten Firmen zahlen einen höheren Geldbetrag, weil sie es nicht anders schaffen, ihre Arbeitnehmer zum Aufgeben zu bewegen.

MyAbfindung Sozialplan - Kann ich trotzdem mehr Abfindung fordern?

Sozialplan – Kann ich trotzdem mehr Abfindung fordern?

By M. Waitschies | Abfindung

Sozialplan - Kann ich trotzdem mehr Abfindung fordern?

Es gibt einen Sozialplan. Kann ich trotzdem mehr Abfindung von meinem Arbeitgeber fordern?
Einer meiner Mandanten arbeitete in einer großen Baufirma. Seine Stelle fiel weg. Die Abteilung wurde dicht gemacht. Sein Betriebsrat und der Arbeitgeber setzten ihn und acht weitere Kollegen auf eine so genannte Namensliste in einem Interessenausgleich. Nach wenigen Tagen kündigte der Chef und erklärte: „Sie können eine Abfindung nach unseren Sozialplan bekommen.“ 

Abfindung nach Sozialplan: Wenn Unternehmen viele Stellen abbauen und einen Betriebsrat als Gegenspieler haben, schließen sie einen Sozialplan und Interessenausgleich. Diese Papiere regeln, wer gehen muss und wie viel Abfindung diejenigen bekommen, die es trifft.

Die Abfindung, die im Sozialplan für die Baufirma meines Mandanten stand, war ihm ihm zu niedrig.
Er fragte mich: „Meinen Sie, wir können da noch etwas machen?“

Ja, das konnten wir. 

Wir fanden heraus, dass sein Arbeitsplatz zwar weggefallen war – er aber in einer anderen Abteilung eingesetzt werden konnte. Und dort arbeiteten Kollegen, die wesentlich jünger waren als er und lange nicht so lang im Betreib beschäftigt wie mein Mandant. 

Die Folge: Die „betriebsbedingte“ Kündigung meines Mandanten war unwirksam, obwohl seine Abteilung geschlossen worden war, der Betriebsrat einem Interessenausgleich zugestimmt, meinen Mandanten auf die so genannte „Namensliste“ gesetzt und eine Sozialplan-Abfindung verhandelt hatte.

Wie ging es weiter?
Das Unternehmen wollte das nicht einsehen. Wir mussten zwei Mal klagen – beide Male mit vollem Erfolg, beide Male zog das Unternehmen die Kündigung zurück. Und zwischendurch bot die Baufirma einen anderen Arbeitsplatz in einer weit entfernten Stadt an – oder eine wesentlich höhere Abfindung als im Sozialplan vorgesehen.

Mein Mandant nahm beide Angebote aber nicht an. Er arbeitet bis heute bei der Firma! Das war ziemlich schlau. Denn er konnte sich in seinem Lebensalter ausrechnen, dass er es sehr, sehr schwer haben würde, neue Arbeit zu finden. Und da nützte ihm dann auch eine Abfindung nicht viel. Es ist für ihn sehr viel besser, dass er bis auf Weiters sein Gehalt weiter verdient.

Erst als das Ergebnis feststand, konnte sich mein Mandant freuen. Bis zum Richterspruch hatte er es nicht für möglich gehalten, dass die Firma ihm kündigt, der Betriebsrat das absegnet – und das auch noch unwirksam sein sollte!  

Kann dieses Beispiel auch für Dich zutreffen?

Wer in einer ähnlichen Situation von einer Kündigung und einem Sozialplan betroffen ist, kann auf jeden Fall prüfen

  • ob überhaupt sein Arbeitsplatz weggefallen ist. Das ist in vielen Fällen nämlich gar nicht so. Manchmal fällt eine Aufgabe nur zur Hälfte weg, oder zu einem Drittel. Manchmal wird die Aufgabe nur in eine andere Abteilung verlagert. Und manchmal nennt das Unternehmen die gleiche Arbeit einfach anders und verlegt sie an eine andere Stelle… Interessenausgleich hin oder her.
  • ob es freie Arbeitsplätze im Unternehmen gibt. Es gibt Fälle, in denen übersieht das Unternehmen, dass es noch einen freien Arbeitsplatz in einer anderen Filiale oder einen anderen Betrieb gibt, der passen würde zu Deinem Profil und Deinen Aufgaben. 
  • ob es Kolleginnen und Kollegen gibt, die entweder jünger sind als Du, nicht so viele Kinder haben wie Du oder nicht so lange im Betrieb gearbeitet haben wie Du. Wenn es sich dabei um Kolleginnen und Kollegen handelt, die die gleiche Arbeit erledigen wie Du, hast du sehr gute Karten, gegen die Kündigung vorzugehen. Hier unterlaufen auch dem Unternehmen und dem Betriebsrat manchmal ungewollte Fehler.   


Gelingt es Dir hier, einen Ansatz zu finden, kannst Du Kündigungsschutz-Klage erheben und versuchen, mehr Abfindung zu verhandeln als die, die im Sozialplan steht. Die Chancen stehen dann gut!



MyAbfindung - hohe Abfindung trotz kurzer Beschäftigungszeit

Hohe Abfindung trotz kurzer Beschäftigungszeit

By M. Waitschies | Abfindung

Hamburg, 20. Juni 2019 –  Wie Du eine hohe Abfindung erreichst, wenn Du nur wenige Jahre beschäftig bist. Der erste Job nach der Schule oder dem Studium: Du bist mit viel Hoffnung bei der großen Firma eingestiegen, Du wolltest viel geben, und Du wolltest Karriere machen.

Doch heute sieht alles ganz anders aus.
Zwei Jahre Überstunden. Zwei Jahre Stress. Aus der Gehaltserhöhung ist nicht geworden. Und dann hat heute auch noch Dein Chef mit Dir gesprochen: Du sollst gekündigt werden, dem Unternehmen geht es nicht mehr so gut. 

So oder so ähnlich geht es einigen meiner Mandanten. Was können sie tun? Meistens bieten die Unternehmen – wenn überhaupt –keine hohe Abfindung an. Bei knapp über zwei Jahren Arbeitsvertrag kommt meist ein Monatsgehalt zusammen. Das entspricht genau der Faustformel, die jeder im Internet findet: „0,5-Gehälter-pro-Beschäftigungsjahr“.

Oder Dein Chef bietet noch etwas mehr an:
Meist beträgt die Kündigungsfrist mindestens einen Monat zum Monatsende. Beispiel: Würdest Du heute gekündigt, könnte Dein Vertrag erst am 31. Juli 2019 auslaufen. Vielleicht sagt Dein Chef Dir, dass Du in dieser Zeit nicht arbeiten musst und das Gehalt trotzdem behalten kannst.

 

Ein gutes Angebot für Deine hohe Abfindung? 
Eher nicht. Denn wenn Du gegen die Kündigung klagst, kannst Du wahrscheinlich sehr viel mehr Geld herausholen. 

Was musst Du dafür tun?
Kündigungsschutzklage erheben und abwarten, bis Dein Arbeitgeber Dir ein besseres Angebot unterbreitet. Wichtig ist, dass Du in einem Betrieb mit mehr als 10 Arbeitnehmern tätig bist. In diesem Fällen sind gefühlt 90 Prozent der Kündigungen unwirksam.

(Tipp: Überprüfe mit unserem Abfindungscheck Deine Situation)


Wie nun schaffst Du es, mehr Geld zu bekommen?
Wir hatten angenommen, dass Du heute, am 20. Juni, die Kündigung bekommst. Dein Gehalt ist sicher bis zum 31. Juli.

Erhebst Du nun Klage gegen die Kündigung, musst Du dies bis zum 11. Juli getan haben. Danach setzt das Gericht eine so genannte „Güteverhandlung“ an, meistens innerhalb von vier Wochen. Sagen wir, diese „Güteverhandlung“ ist am 8. August. Nehmen wir dann an, dass Du hart bleibst und erklärst, Du möchtest nicht auf Deinen Arbeitsplatz verzichten.

Wenn Du nun nicht sofort einen guten neuen Job gefunden hast, kannst Du drauf pokern, dass der Arbeitgeber den Prozess verliert – und Dir für die Zeit, in der Du noch keine neue Arbeit gefunden hast, das Gehalt nachträglich zurückzahlen muss! 

Und diese Rückzahlung macht meist mehr Geld aus als die Abfindung, die Dir am Anfang angeboten worden ist!

Beispiel:
Einer meiner Mandanten hat ein Jahr gebraucht, um neue Arbeit zu finden. Die Firma, die ihn rausgeworfen hatte, musste ihm ein gesamtes Jahr das Gehalt nachbezahlen – abzüglich des Arbeitslosengeldes, das er in dieser Zeit von der Agentur für Arbeit bekommen hatte. Das waren mehr als 50.000 Euro. Angeboten hatten sie zunächst nichts, dann rund 10.000 Euro, dann rund 25.000 Euro als Abfindung.


Was bedeutet das für Dich?
Der Arbeitgeber hat in unserem Beispiel nur bis zum 31. Juli gezahlt, weil er meint, dass danach seine Kündigung greift. Du hast aber Klage erhoben und der Prozess läuft. Nehmen wir an, Du findest zum 1. November einen neuen Arbeitsplatz, den Du auch wirklich antreten möchtest. Dann kannst Du – soweit Du den Prozess gewinnst – für die Zeit vom 1. August bis zum 31. Oktober Dein Gehalt verlangen (wieder abzüglich des Arbeitslosengeldes, das Du schon bekommen hast). Das nennt man „Annahmeverzug“. Dein Arbeitgeber hat nämlich Deine Arbeit nicht angenommen, er ist mit dieser Annahme Deiner Arbeitsleistung in Verzug.

Vergleichen wir einmal das erste „gute“ Angebot mit dem Szenario, das wir hier aufgemacht haben. Dein Chef hatte einen Monat ohne Arbeit und eine Abfindung von einem Gehalt geboten – macht einen wirtschaftlichen Wert von maximal zwei Gehältern.

Die Zeit vom 1. August bis zum 31. Oktober, für die Du Gehalt verlangen könntest, sind aber drei Monate Gehalt – also ein Monat mehr. Und in eine Formel übersetzt bei zwei Jahren Beschäftigung: 1,5 Gehälter pro Beschäftigungsjahr, nicht 0,5 Gehälter.

Du siehst: Sobald Du meinst, dass Du nicht sofort einen neuen Job findest, sondern mindestens drei oder vier oder auch fünf Monate dafür brauchst, lohnt es sich meist nicht, auf ein Angebot einzugehen, bei dem Du ein oder auch anderthalb Gehälter als Abfindung bekommen sollst. Obwohl das nach der gängigen Faustformel „0,5-Gehälter-pro-Beschäftigungsjahr“ okay gewesen wäre.

 

Das wissen die Arbeitgeber. Und nun wird es spannend.
Weil sie wissen, wie das Spiel läuft, das wir oben besprochen haben, sehen sie genau die Gefahr, dass Du am Ende viel mehr Geld über die Rückzahlung Deines Gehaltes bekommen kannst als der Arbeitgeber bislang als Abfindung angeboten hast.

Kannst Du Dich daran erinnern, dass wir oben von der „Güteverhandlung“ gesprochen haben? Das ist der erste Termin bei Gericht, wenn Du klagst. Dort versuchen die Richter, eine gütliche Einigung zwischen Dir und Deinem Chef zu vermitteln.

Dort kannst Du nun dem Arbeitgeber oder seinem Anwalt sagen, dass alles viel teurer wird, wenn er nicht auf Dein Angebot eingeht. Du erklärst, Du wirst sicher ein halbes Jahr brauchen, um einen neuen Job zu finden. Und diese Zeit muss der Arbeitgeber, das wisse der Anwalt sicher, voll durchbezahlen. 

Und dann schlägst Du einen Kompromiss vor. „Ich bin bereit“, könntest Du erklären, „statt sechs Monate fünf Monate als Abfindung zu akzeptieren.“

„Das ist noch ein bisschen viel“, wird der Gegner antworten. „Ich wäre bereit auf zwei Monatsgehälter zu erhöhen.“

„Da mache ich noch nicht mit“, kannst Du sagen. „Wie sieht es aus mit vier Gehältern? Aber dann möchte ich auch ab heute nicht mehr arbeiten müssen.“

Am Ende entscheiden dann Details darüber, ob es drei oder vier Gehälter werden – aber sicher ist: Du hast nicht nur ein Gehalt als Abfindung erhalten, sondern wesentlich mehr!

Noch mehr Tipps und Kniffe für Deine hohe Abfindung findest Du hier in unserem Video-Coaching.

Viel Erfolg für Deine hohe Abfindung!


MyAbfindung - Abfindung für Mitarbeiter? Tabakkonzern Philip Morris stellt Zigaretten-Produktion in Berlin ein

Philip Morris stellt Zigaretten-Produktion in Berlin ein - Chance auf Abfindung für Mitarbeiter?

By M. Waitschies | Abfindung

Der Tabakkonzern Philip Morris will zum Ende dieses Jahres die Zigaretten-Produktion in Berlin einstellen

Berlin, 28. Mai 2019 – 950 Mitarbeiter werden wohl ihren Arbeitsplatz verlieren. Das wurde heute bekannt.

Haben die Berliner Mitarbeiter eine Chance auf eine Abfindung?
Ja. Nach Angaben des Unternehmens soll es für rund 950 Arbeitnehmer „faire und sozialverträgliche Lösungen“ geben.

Die Frage ist nur: Was ist „fair“?
Da wird Philip Morris wahrscheinlich etwas andere Vorstellungen haben als die Arbeitnehmer, die ihren Job verlieren.

Muss der Tabakhersteller überhaupt Abfindungen zahlen?
Das Gesetz sieht in diesen Fällen der Aufgabe oder großen Einschränkung der Produktion keine Abfindung vor.

Eine soziale Leistung ist aber sehr wahrscheinlich, weil der Betriebsrat in dieser Situation einen Sozialplan fordern kann – und darin sind meistens Abfindungszahlungen vorgesehen. Es gibt aber auch hier Ausnahmen: Eine Abfindung kann in einem Sozialplan fehlen, wenn es für das Unternehmen wirtschaftlich nicht vertretbar wäre, Abfindungen zu zahlen. Doch davon wird der Tabakkonzern sehr wahrscheinlich weit entfernt sein …

Werden die Abfindungen eher hoch ausfallen oder eher niedrig?  
In klassischen Fällen, in denen ein kompletter Betrieb aufgegeben oder geschlossen wird, zahlen Arbeitgeber eher niedrige Abfindungen. Denn die Unternehmen können immer mit den wirtschaftlichen Belastungen argumentieren. Gibt es keinen Betriebsrat, sind sie ohnehin nicht zur Zahlung einer Abfindung verpflichtet.

Bei Philip Morris sollen aber 75 Mitarbeiter in Berlin weiter arbeiten. Und 25 weitere Arbeitsplätze möchte das Unternehmen nach Dresden und Gräfeling verlagern. In diesen Fällen steigen die Abfindungen für die übrigen Mitarbeiter. Denn die 75 Kollegen, die in Berlin bleiben, müssen richtig ausgewählt werden – das heißt: Es muss eine lupenreine Sozialauswahl nach dem Gesetz geben.

Nach dieser Sozialauswahl müssen Arbeitgeber aber meist Arbeitnehmer behalten, die nicht unbedingt die leistungsstärksten sind. Arbeitgeber, die sich ihre neue Mannschaft also ohne diese Kriterien zusammenstellen wollen, müssen die übrigen Kollegen davon überzeugen, ihren Arbeitsplatz aufzugeben. Und das geschieht mit einem guten Angebot, zu dem man wohl eher nicht Nein sagen kann.


MyAbfindung - die 10 wichtigsten Massnahmen für Deine hohe Abfindung

Kündigung – was nun? Die 10 wichtigsten Massnahmen für Deine hohe Abfindung

By M. Waitschies | Abfindung

Kündigung – was nun? Die 10 wichtigsten Massnahmen für Deine hohe Abfindung

1.     Wenn der Chef Dir die Kündigung in einem Gespräch überreichen will oder einen Aufhebungsvertrag mit Dir schließen will, sage immer zunächst: AUF KEINEN FALL! LEHNE AB!

2.     Erkläre NIE, dass Du Deinen Arbeitgeber gern verlassen möchtest. Im Gegenteil: Zeige Dich erschüttert. Mache klar, dass Du Deinen Job NICHT aufgeben willst oder kannst.

3.     Lasse Dich nicht überrumpeln. Stimme auch nach dem ersten Gespräch nicht sofort einem Aufhebungsvertrag zu! Warte mindestens bis zur ersten Gerichtsverhandlung. Denn bis dahin steigt der Betrag der Abfindung in der Regel an. Und bis dahin hast Du auch geprüft, ob Du Anspruch auf Bonuszahlungen oder Weihnachtsgeld oder Ähnliches hast – was Dir bis dahin vielleicht verschwiegen wurde.

4.     Glaube keinen rechtlichen Einschätzungen des Arbeitgebers! Glaube nicht den Gründen, die Dein Arbeitgeber anführt. Kaum irgendwo wird so viel Sand in die Augen gestreut, so viel gelogen, wie im Vorfeld eines Prozesses. Später sieht alles meist ganz anders aus!

5.     Notiere Dir den Tag, an dem Du die Kündigung erhalten hast. Das bedeutet: Der Tag, an dem Dir die Kündigung überreicht wurde durch den Arbeitgeber oder einen Boten. Der Tag, an dem Du die Kündigung im Briefkasten hattest.

6.     Rechne die Frist für den spätesten Zeitpunkt der Kündigungsschutzklage aus – damit Du auf keinen Fall Deine Rechte auf eine Abfindung verlierst! Gehe wie folgt vor: Du markierst den Wochentag im Kalender, an dem Du die Kündigung erhalten hast. Du gehst dann zum entsprechenden Wochentag drei Wochen später. An diesem Tag musst Du spätestens geklagt haben! Mache einen Sicherheitsabschlag von bis zu einer Woche! Beispiel: Kündigung erhalten am Mittwoch, 29. August 2018. Letzter Tag, an die Klage bis 24.00 Uhr beim Gericht eingereicht werden kann: Mittwoch,  19. September 2018! Falls der letzte Tag der Frist auf ein Wochenende oder einen Feiertag fällt, zählt der nächste Werktag als letzter Tag. Beispiel: Kündigung erhalten am Samstag, 1. September 2018. Letzter Tag, an dem die Klage bis 24.00 Uhr eingereicht werden kann: Montag, 24. September 2018.

7.     Notiere Dir alle relevanten Basis-Daten zu Deinem Fall. Deine richtige Kündigungsfrist, Deine Betriebszugehörigkeit, Dein Gehalt, wie viele Kinder Du hast ... Am besten gelingt Dir das mit der Vorlage „Basis-Fakten“ von MyAbfindung. Fordere diese Vorlage kostenlos hier an.

8.     Prüfe, ob Du bereits ein halbes Jahr bei Deinem Arbeitgeber beschäftigt bist. Vorsicht: Hierbei zählt die Zeit bis zu dem Tag, an dem Du die Kündigung erhalten hast. Nicht die Zeit bis zum Ende Deiner Kündigungsfrist. Falls Du bereits ein halbes Jahr dabei bist, prüfe, ob Dein Chef mehr als 10 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigt. Dabei zählen Kolleginnen und Kollegen mit bis zu 20 Stunden pro Woche mit 0,5 (zum Beispiel 450,00 EUR-Kräfte!), mit bis zu 30 Stunden pro Woche mit 0,75 und alle, die mehr als 30 Stunden pro Woche arbeiten mit 1,0. Falls Du auch hier zu einem positiven Ergebnis kommst, kannst Du Dich nun Deiner Abfindung zuwenden. Falls Du kürzer als ein halbes Jahr beschäftigt oder in einem Unternehmen oder Betrieb mit bis zu 10 Mitarbeitern tätig bist, wird es schwierig. Hier solltest Du dann fachliche Hilfe von der Gewerkschaft oder einem Anwalt in Anspruch nehmen.

9.     Berechne Deine maximale Abfindung. Gehe aber nicht von einem 0815-Faktor 0,5 pro Beschäftigungsjahr aus. Schätze, wie lange Du brauchst, um einen neuen Job zu bekommen. Schätze die Monate bis dahin. Ziehe die Monate Deiner Kündigungsfrist ab. Multipliziere die verbleibenden Monate mit Deinem kompletten Bruttomonatsgehalt. Dann hast Du Deinen Betrag, den Du mindestens forderst. Rechne danach aus, wie groß das Risiko für den Arbeitgeber ist: Faustformel: Rund 9 Monate minus die Monate der Kündigungsfrist. Nehme die Verbleibenden Monate mal Dein Bruttomonatsgehalt. So hast Du einen realistischen ersten Anhaltspunkt für die Höhe Deiner Abfindung. Fordere den höheren der beiden Beträge.

10. Reiche spätestens drei Wochen nach Erhalt Deiner Kündigung die Kündigungsschutzklage ein. Tust Du das nicht, ist ALLES verloren! Für die Klage brauchst Du keinen Anwalt. Gehe einfach zur Rechtsantragsstelle Deines nächsten Arbeitsgerichtes. Nehme die Kündigung und Deinen Arbeitsvertrag mit. Das Gericht hilft Dir bei der Formulierung und setzt alles entsprechend auf. Denke daran: Deine Chancen sind meist viel besser, als Du denkst!

Wenn Du jetzt von einer Kündigung betroffen bist, empfehle ich Dir in jedem Fall unseren kostenlosen 7-Tage Soforthilfe Newsletter. Dort erhältst Du alles an Informationen, was Du jetzt wissen musst und darüber hinaus nützliche Tools und Vorlagen. 

MyAbfindung - was Dir die meisten Abfindungsrechner nicht sagen

Was Dir die meisten Abfindungsrechner nicht sagen

By M. Waitschies | Abfindung

Was Dir die meisten Abfindungsrechner nicht sagen

Möchtest Du herausfinden, wie hoch eine mögliche Abfindung für Dich ausfällt? In den meisten Fällen wirst Du einen der vielen Abfindungsrechner im Internet zur Rate ziehen mit denen Du die Höhe der Abfindung berechnen sollst. Doch damit kommst Du ohne weitere Infos nicht weiter. Hier sind die wichtigsten Fragen zu den Abfindungsrechnern – und eine Anleitung dafür, wie Du höhere Summen erreichst:

  1. Was sagt mir der Abfindungsrechner?

Es gibt zwei Arten: Entweder gibt der Abfindungsrechner Auskunft, wie Du die Höhe der Abfindung berechnen kannst, die Du von Deinem Arbeitgeber als Brutto-Zahlung möglicherweise verlangen kannst. Oder der Abfindungsrechner kalkuliert Deine Steuerlast – also die Summe in Euro, die nach der Zahlung Deines Arbeitgebers an Dich und das Finanzamt auf Deinem Konto landen wird. 

  1. Kann ich auf die Ergebnisse bauen?

Problematisch ist vor allem die erste Art der Abfindungsrechner. Dort musst Du vorsichtig sein: Meistens gibst Du ein, wie viele Jahre Du beschäftigt warst beim Arbeitgeber und wie hoch Dein derzeitiges Gehalt ist. Dann errechnet die Maschine die so genannte Regelabfindung – das sind 0,5 Bruttogehälter pro Beschäftigungsjahr.

Problem 1: Du musst auf jeden Fall Dein Brutto-Gehalt nehmen. Denn die Abfindung ist auch eine Brutto-Zahlung, die noch versteuert wird!

Problem 2: Meist weißt Du nicht, dass Du viel mehr Brutto-Gehalt bekommst, als Du in den Rechner eingibst! Und wird die Abfindungssumme zu niedrig!

Denn zu Deinem Monats-Brutto gehören alle Entgelt-Zahlungen wie Weihnachtsgelder, Boni – ja selbst der geldwerte Vorteil für den Firmenwagen, falls Du einen privat nutzen darfst. Du solltest also alle diese Gehaltsbestandteile für das gesamte Kalenderjahr zusammen rechnen und dann durch 12 Monate teilen. Diesen Betrag gibst Du in den Rechner ein. Und dieses Bruttogehalt ist meist höher als das Gehalt, das in Deinem Arbeitsvertrag als festes Bruttogehalt genannt wird. Wie Du dieses Gehalt errechnest kannst Du auf unserer Seite herausfinden, wir stellen ein kostenloses Muster mit allen Bestandteilen Deines Gehaltes zur Verfügung.

Problem 3: Die Abfindungsrechner spucken dann die so genannte Regelabfindung aus. Das ist aber in den wenigsten Fällen die Abfindung, die Du von Deinem Arbeitgeber verlangen kannst oder solltest. In vielen Fällen kannst Du viel mehr Geld beanspruchen – 1 Bruttogehalt pro Beschäftigungsjahr, 1,5 Gehälter oder auch 2,5 Gehälter. Darum nenne ich diesen Berechnungs-Faktor der Regel-Abfindung den 0815-Faktor. 

  1. Wie kann ich die Abfindung besser berechnen?

Wichtig: Wenn Du eine wirklich hohe Abfindung heraus verhandeln möchtest, solltest Du ohnehin nicht allein anhand von Faktoren in Abfindungsrechnern vorgehen. 

Viel wichtiger ist, was Dein Arbeitgeber Dir vermutlich noch zahlen muss, wenn die Kündigung nicht möglich oder null und nichtig ist, wie in gefühlt 90 Prozent aller Fälle. Wenn dann herauskommt, dass Du erst kurz beschäftigt bist, sagen wir ein Jahr, der Prozess aber mindestens ein halbes Jahr dauert und es keinen guten Kündigungsgrund gibt – dann kannst Du sechs Monate als Abfindung herausschlagen! Das wäre dann ein unglaublicher Faktor von 6,0 :-). Ich habe wirtschaftlich genau das bereits für eine Mandantin in Berlin durchgesetzt –  technisch lief der Arbeits-Vertrag damals einfach noch 6 Monat weiter.

Der Abfindungsfaktor 0,5 oder 0,8 oder 1,0 oder 1,5 kann Dir als Argument helfen, wenn Du lange beschäftigt bist. Aber auch in diesem Fall solltest Du vor allem damit argumentieren, dass Du nicht in weniger als 12 Monaten einen neuen Job findest mit den Konditionen, die Du jetzt genießt. Dann bist Du im Spiel und kannst rund ein Jahresgehalt geltend machen. 

Ich kann nicht genug vor dieser Regel-Abfindung „0,5 Gehälter“ warnen. Auch wenn ich Arbeitgeber rechtlich vertrete, erlebe ich auf der Gegenseite häufig Kolleginnen und Kollegen, die mit einem 0,5-Faktor um die Ecke kommen, obwohl die Kündigung ganz offensichtlich krachend unwirksam wäre. Dann versuche ich das natürlich noch zu drücken. Denke aber: Super, das ist ja schön günstig geworden für den Arbeitgeber!

Darum arbeitet MyAbfindung mit einem komplett anderen System der Berechnung Deiner Abfindung:

Schritt 1: Du ermittelst Dein GESAMTES Einkommen pro Monat – anhand unserer Vorlage.

Schritt 2: Du rechnest aus, wie lang Deine Kündigungsfrist, wie lang wahrscheinlich der Prozess dauert – und kommst so zu einer Monatszahl, die Dein Arbeitgeber das Risiko trifft, Dich noch weiter zu bezahlen – ohne dass Du arbeitest. Diese Monate minus die Kündigungsfrist ist dann eine realistische Zahl für Deine Abfindung. Das funktioniert vor allem bei kurzen Beschäftigungszeiten von bis vier Jahren sehr gut! Die so erzielten Abfindungen sind immer höher als die 0815-Faktoren aus den Abfindungsrechnern.

Mit unserem Abfindungsrechner unternimmst Du den ersten wichtigen Schritt.

Wenn Du gerade direkt von einer Kündigungssituation betroffen bist, empfehle ich Dir in jedem Fall unseren kostenlosen 7-Tage-Soforthilfe Newsletter. Darüber erhältst Du weitere wichtige Tipps, kostenlose Tools und in jedem Fall mehr Sicherheit für die nächsten Schritte. 


MyAbfindung Empfehlung vom Betriebsrat

Dankeschön für das Feedback!

By M. Waitschies | Abfindung

"Die einzelnen Aspekte der Fragen zu einer Abfindung im Kündigungsfall, wie z.B. die richtige Verhandlungsstrategie, Tipps zu möglichen „Stolperfallen“ oder auch Hinweise, Anleitungen zur Berechnung der möglichen Abfindungshöhe werden hier ausführlich und auch für einen Nichtjuristen verständlich beschrieben. Darüber hinaus werden Berechnungstools zur Ermittlung der Abfindungshöhe zur Verfügung gestellt.

Aus meiner Sicht als Betriebsrat wird dem Nutzer hier umfangreiches Wissen zum Thema vermittelt, das es ermöglicht, im Fall einer Kündigung die Situation und die Chancen auf eine Abfindung hinreichend genau ein-/abzuschätzen. Es werden wertvolle Tipps gegeben, um sich einen Abfindungsanspruch zu sichern. 

Im Fazit ist die Webseite als Ratgeber für Abfindungsfragen im Kündigungsfall auf jeden Fall zu empfehlen! 

Hartmut Krümmling
Betriebsratsvorsitzender
ENGIE Generation Management GmbH

MyAbfindung Was ist drin an Abfindung? Beispiel Massenentlassung bei Bayer

Was ist an Abfindung drin?

By M. Waitschies | Abfindung

Was ist an Abfindung drin?

Bayer zahlt Abfindungen in Höhe von bis zu 63 Monatsgehältern!

Wow! Da dürften sich die Betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fast freuen. Der Pharma- und Chemie-Konzern Bayer will in Deutschland in diesem Jahr (2019) rund 4500 Stellen abbauen. 

Blöd nur: Das Unternehmen hat sich dazu verpflichtet, bis Ende 2025 (!) keine betriebsbedingten Kündigungen zu erklären, schreibt die Sueddeutsche Zeitung. Und wie löst die Firma das Problem?

Sie kaufen den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern die Arbeitsplätze wieder ab! Es heißt, Bayer sei bereit, für Mitarbeiter unter 57 Jahren bis zu 63 Monatsgehälter an Abfindung zu zahlen! Das ist wäre der Gegenwert für fünf Jahre und drei Monate Arbeit!!!

Ihr seht: Die Formel „Unwirksame Kündigung + Arbeitgeber will Arbeitnehmer unbedingt loswerden = Hohe Abfindung“ funktioniert bestens!

Finde mit dem Abfindungsrechner und dem MyAbfindungsfaktor heraus, was für Dich drin ist. 

MyAbfindung - Abfindung für Freiberufler

Abfindung freie Mitarbeit

By M. Waitschies | Abfindung

Ich bin freier Mitarbeiter. Kann ich auch eine Abfindung verlangen?

Gefühlt 90 Prozent der Kündigungen im deutschen Arbeitsrecht sind null und nichtig. Darum zahlen Chefs meistens eine Abfindung – und kaufen dem Arbeitnehmer den Arbeitsplatz ab. Doch wie sieht es mit freien Mitarbeitern aus – gehen sie leer aus?

Nehmen wir einmal den Fall der ehemaligen Tagesschausprecherin Eva Hermann: Nach fast 20 Jahren kündigte der Norddeutsche Rundfunk ihre Vereinbarung als Sprecherin der Tagesschau und als Moderatorin einer Talkshow. Eva Hermann klagte dagegen vor dem Hamburger Arbeitsgericht – wohl mit dem Ziel, zumindest eine Abfindung herauszuholen.

Wie geht das?
Die Verträge freier Mitarbeiter sind eigentlich einfach so ordentlich kündbar. Ohne einen Grund. Sie laufen dann am Ende der Frist aus – und der Betroffenen muss sich nach einem neuen engagement umsehen. Wer also eine Abfindung heraus holen möchte, muss beweisen, dass er in Wirklichkeit gerade nicht freier Mitarbeiter, sondern Arbeitnehmer war.

Welche Grundsätze gelten dafür?
Für das höchste deutsche Arbeitsgericht, das Bundesarbeitsgericht, ist Folgendes wichtig: Arbeitnehmer ist nur, wer persönlich abhängig ist von seinem Unternehmen. Persönlich abhängig? Ja. Zwar werden jetzt viele von Euch denken, persönlich abhängig bin ich doch von niemanden, nicht einmal von meinen Eltern oder meiner großen Liebe – aber so meinen es die Richter nicht. 

Die persönlich Abhängigkeit besteht vor allem darin, dass der Arbeitgeber bestimmen darf, wann genau ich als Arbeitnehmer arbeite, wo ich arbeite, wie ich arbeite – alles innerhalb der Gesetzte und der Grenzen des Arbeitsvertrages, dem ich zugestimmt habe. Daneben ist persönlich abhängig, wer in die Arbeitsorganisation des Unternehmens eingegliedert ist – dies vor allem sozial und nicht nur technisch.

Und wie sah das nun im Fall Hermann aus?
Eva Hermann behauptete im Prozess, die für sie gel­ten­den Dienst­pläne sei­en durch den Chef­spre­cher der Ta­ges­schau von oben herab und ein­sei­tig und oh­ne ­­vor­he­ri­ge Ab­spra­che mit ihr fest­ge­legt wor­den. Hätte sich das beweisen lassen, wäre das ein starkes Argument für eine persönliche Abhängigkeit gewesen. 

Das Landesarbeitsgericht Hamburg wollte das genau wissen, es hat es sich sein Urteil nicht leicht gemacht (LAG Hamburg, Urteil vom 1. April 2009, 3 Sa 58/08)­­. Die Richter hörten mehrere Zeugen, unter anderem Kolleginnen und Kollegen Eva Hermanns. Die Kolleginnen und Kollegen erklärten jedoch, ­dass die ­­­­Spre­che­r­einsätze und de­ren Z­ahl im Laufe des Jah­res­­ weit­ge­hend von den ein­zel­nen Spre­chern festgelegt wurde. Maßgebend waren ­­ih­re pri­va­ten Pla­nun­gen und an­der­wei­ti­gen be­ruf­li­chen Ver­pflich­tun­gen. Soweit es Terminschwierigkeiten gab, seien diese un­mit­tel­bar zwi­schen den Spre­chern gelöst wur­den. Das ist nun aber fast das glatte Gegenteil einer persönlichen Abhängigkeit – jedenfalls sind die damit verbundenen Weisungen sehr schwach ausgeprägt. 

Auch das zweite große Merkmal der Eingliederung in den Betrieb konnte unter diesen Umständen nicht gut funktionieren. ­Die Eingliederung in die be­trieb­li­chen Abläufe der Tagesschau konnte so ­allenfalls in tech­ni­scher, weniger aber in so­zia­ler Hin­sicht von Eva Hermann bewiesen werden.

Ergebnis: Eva Hermann scheiterte mit ihrer Klage. Eine Abfindung konnte sie nicht verhandeln.

Was bedeutet das für mich?
Bin ich freier Mitarbeiter, sollte ich genau dokumentieren, ob meine Einsätze mit mir abgestimmt werden. Wenn ich nicht verhandeln kann über die Tage meines Einsatzes, spricht viel dafür, dass ich tatsächlich Arbeitnehmer bin – und im Zweifel eine Abfindung verhandeln kann. Was im Vertrag steht ist dagegen meist nicht so wichtig. Es geht nicht darum, was auf der Packung steht. Es kommt auf den Inhalt an. 

 Das alles ist auch mittlerweile im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) aufgenommen worden. § 661 a BGB bestimmt: „Durch den Arbeitsvertrag wird der Arbeitnehmer im Dienste eines anderen zur Leistung weisungsgebundener, fremdbestimmter Arbeit in persönlicher Abhängigkeit verpflichtet. Das Weisungsrecht kann Inhalt, Durchführung, Zeit und Ort der Tätigkeit betreffen. Weisungsgebunden ist, wer nicht im Wesentlichen frei seine Tätigkeit gestalten und seine Arbeitszeit bestimmen kann. Der Grad der persönlichen Abhängigkeit hängt dabei auch von der Eigenart der jeweiligen Tätigkeit ab. Für die Feststellung, ob ein Arbeitsvertrag vorliegt, ist eine Gesamtbetrachtung aller Umstände vorzunehmen. Zeigt die tatsächliche Durchführung des Vertragsverhältnisses, dass es sich um ein Arbeitsverhältnis handelt, kommt es auf die Bezeichnung im Vertrag nicht an.“

>