Category Archives for "Krankheit"

MyAbfindung Winterzeit ist Schnupfenzeit_Deine_Rechte bei Krankeheit

Winterzeit ist Schnupfenzeit! Deine Rechte bei Krankheit.

By M. Waitschies | Krankheit

Winterzeit, Schnupfenzeit: Sicher musstest Du Dich bei der Arbeit schon einmal krank melden. Und bei kaum einem anderem Thema, unterlaufen Arbeitnehmern so viele Irrtümer wie hier. myAbfindung klärt die offenen Fragen:

Wie lange darf ich warten, bis ich mich krank melde?
Gehörst Du auch zu denen, die meinen, dass sie sich erst beim Chef krank melden müssen, wenn sie beim Arzt gewesen sind? Das ist leider meistens falsch. Das Gesetz möchte, dass Du Dich krank meldest, sobald Du erkennst, dass Du an diesem Tag wohl nicht arbeiten kannst. Das bedeutet: Eigentlich musst Du Deinen Chef  oder einen Vertreter anrufen,  bevor Du Dich auf den Weg zum Arzt machst. Sicher zu spät bist Du jedoch dran, wenn der Arztbesuch am  Morgen länger dauert als geplant – und Du erst mehr als eine halbe Stunde nach Dienstbeginn Deine Kollegen oder Deine Vorgesetzten informierst. 

Warum? Ganz einfach: Dein Arbeitgeber soll möglichst schnell wissen, Du kommst oder nicht. Denn nur so kann er vernünftig planen und im Zweifel für Ersatz sorgen.

Darf ich mich auch mündlich krank melden?
Ja! Du musst die erste Information darüber, dass Du krank bist, nicht  per Brief (am besten noch mit Einschreiben) an den Arbeitgeber senden. Wie soll das auch gehen? Du merkst, Du kannst heute nicht zur Arbeit gehen. Dann  dauert es doch viel zu lang, bis der Brief Deinen Arbeitgeber erreicht. Du solltest Dich also auf eine schnellere Kommunikation verlassen: E-Mail, SMS, WhatsApp, Telefon …


Wie lange darf ich ohne Nachweis oder Attest zu Hause bleiben und nicht arbeiten?
Die Antwort findest Du in Deinem Arbeitsvertrag. In den meisten steht, dass Du nach dem dritten Tag der Arbeitsunfähigkeit eine Bescheinigung vorlegen musst. Dass bedeutet anders herum: Du kannst drei Tag krank sein ohne einen Nachweis! Das gilt auch, wenn in Arbeitsvertrag gar nichts zu diesem Thema steht.

Aber Vorsicht: In machen Arbeitsverträgen heißt es, dass die Arbeitnehmer bereits am ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit die Bescheinigung abgeben oder beim Unternehmen vorbei bringen lassen müssen. Das ist nach Gesetz auch zulässig! 

Kann mein Chef mir eine Kündigung überreichen, wenn ich krank bin?
Viele Teilnehmer in meinen Seminaren meinen, dass der Chef ihnen keine Kündigung schicken kann, wenn sie gerade krank sind. Ich glaube, das stand früher einmal in einem Arbeitsgesetzbuch der DDR. Allerdings ist das heute nicht so:  Wer zu Hause zum Beispiel mit Fieber im Bett liegt, dem kann auch eine Kündigung sein Briefkasten gesteckt werden. Selbst dann, wenn wegen der Krankheit gekündigt wird.

Muss ich im Bett bleiben, wenn ich arbeitsunfähig bin?
Meistens nicht!  Wer sich den Fuß verstaucht hat, braucht ja nicht das Bett hüten. Und wer sich die Hand gebrochen hat, muss noch nicht einmal zu Hause bleiben. Wichtig ist: Du darfst die Heilung deiner Krankheit auf keinen Fall verzögern – egal was Du tust. Und andersherum:  Dinge, die Deine Heilung nicht verzögern, kannst Du tun! Das bedeutet: Wenn Du Probleme mit der Bandscheibe hast, kann es gut sein, dass Dein Arzt Dir empfiehlt, ein Spaziergang zu unternehmen. Sehen Dich dann Deine Kollegen, ist das überhaupt kein Problem.

Selbstverständlich kannst Du auch einkaufen gehen. Du musst ja von irgendetwas leben! Auch wenn Du einen Infekt in Dir trägst, gibt es Situationen, in denen Du Dir Wasser kaufen musst oder andere Lebensmittel, sobald Dein Kühlschrank leer ist.  Und auch Sport ist bei manchen Krankheiten ausdrücklich erlaubt und hilft Dir, schneller gesund zu werden.

Darf ich meinem Chef gegenüber Krankheit verschweigen?
Ja, auf jeden Fall. Du musst niemanden sagen, welche Krankheit Du hast. Dein Chef muss nur wissen, dass du aufgrund einer Krankheit arbeitsunfähig bist. Die Krankheit, unter der Du leidest, kann Dein Geheimnis bleiben. Das sollte sie auch: Einer meiner Mandanten wurde nach einer  Woche Arbeitsunfähigkeit einmal gefragt, was der Chef denn tun könne, damit  mein Mandant in der Zukunft nicht mehr so häufig krank wäre. Mein Mandant antwortete: da könne man nichts machen, er habe einen epileptischen Anfall gehabt. Blöd war nur, dass mein Mandant in seinem Beruf eine Waffe tragen musste und sich als Fahrer für Geldtransporte keine epileptischen Anfälle leisten konnte. Dem Chef geht nichts anderes übrig, als meine Mandanten nach dieser Information zu kündigen.

Was, wenn ich im Urlaub krank werde?
Auch wer im Urlaub ist, kann sich krank schreiben lassen. Auf diese Weise erreichst Du, dass Du diese Tage Dir nach der Rückkehr aus dem Urlaub wieder gutschreiben lassen kannst. Nur Vorsicht: Du musst ab dem ersten Tag der Krankheit eine Arbeits-Unfähigkeits-Bescheinigung vorweisen können. Das bedeutet: Achte erlischt darauf, dass der Arzt am Urlaubsort auf seinem Attest vermerkt, dass Du arbeitsunfähig bist. Es reicht nicht, dass er schreibt, dass Du krank bist. Du musst so krank sein, dass du nicht arbeiten kannst. Das musst aus deinem Attest hervorgehen – egal ob von einem thailändischen oder einem portugiesischen Arzt ausgestellt.

Wie lang bekomme ich Geld, wenn ich krank bin?
Dein Chef muss sechs Wochen Dein Gehalt weiter zahlen. Diese Zeit beginnt mit jeder neuen Krankschreibung neu – es sei denn, es handelt sich um dieselbe Krankheit, die fortgesetzt wird. Danach bekommst Du in der Regel bis zu 18 Monate Krankengeld von Deiner Krankenkasse.

Darf mein Chef mir eigentlich kündigen, wenn ich zu lang oder zu häufig krank bin?
Ja. Das Kündigungsschutz-Gesetz erlaubt eine Kündigung wegen in der Person liegenden Gründen. Ein solcher Grund, der in der Person liegt, ist die zu häufige oder zu lange Krankheit. Aber jetzt nicht Angst bekommen: Der Chef muss drei hohe rechtlichen Hürden überwinden, bevor die Kündigung wirksam ist. Erste Hürde: Es muss klar sein, dass Du auch künftig lange oder öfter krank bist. Zweite Hürde: Dies muss negative Auswirkungen auf den Betrieb haben. Dritte Hürde: Die Kündigung muss verhältnismäßig sein. Dein Chef muss zum Beispiel etwas getan haben, um Dir zu helfen, dass Du trotz Krankheit arbeiten kannst. Er muss mit Dir ein Gespräch über Deine Wiedereingliederung geführt haben, falls Du in einem Kalenderjahr länger als sechs Wochen krank warst.


AntwortenWeiterleiten

>