MyAbfindung - Elternzeit für Hunde

Elternzeit für Hunde?

Ich habe gerade einen wunderbaren Artikel von Helge Weinberg gelesen – ein Journalist, der über Bürohunde im Human Resources Manager geschrieben hat.

Beim Social-Media-Unternehmen Xing (jetzt New Work SE) in Hamburg begleiten demnach geschätzt 30 Bürohunde ihre Frauchen und Herrchen bei der Arbeit. Der Journalist Weinberg zitiert den Pressesprecher Christoph Stanek: „Wir verstehen uns als Wegbereiter von New Work und wollen das auch intern leben“, sagt Stanek. „Für uns ist es wichtig, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gern zur Arbeit kommen und das heißt auch, dass ihre Hunde bei uns willkommen sind.“

Was tun die Arbeitgeber mittlerweile für Hundebesitzer?

Viele Firmen bieten Vertrauensarbeitszeit an. Das bedeutet: Der Arbeitnehmer verspricht, die Arbeit zu tun – nur wann er es tut, ist ihm überlassen (wenn er dabei die gesetzlichen Grenzen der Arbeitszeit einhält). Klar, dass das für Hundehalter super ist. Können sie doch auf diese Weise Gassi gehen, wenn ihr Hund oder sie möchten – und müssen nicht auf die nächste Pause warten. 

Ein Unternehmen, das in diese Richtung denkt, ist Glassdoor, ein Wettbwerber von Xing. Presseprecher Felix Altmann erklärte gegenüber dem Human Recources Manager: „Alle Mitarbeiter, auch die Hundebesitzer, können sich ihre Arbeitszeit sehr flexibel einteilen und damit auch an den Bedürfnissen ihrer vierbeinigen Freunde ausrichten.“

Es gibt sogar Firmen, die eine Art Elternzeit für Hunde- oder Katzenbesitzer anbieten! In den USA ist dies in einigen Unternehmen bereits ein anerkannter Urlaubsgrund.

In Deutschland hat davon noch kaum jemand gehört, und rechtlich wäre es auch nicht durchsetzbar, wegen des Todes des Hundes oder Katze einen Tag (bezahlt) zu Hause zu bleiben. 

Zwar kennt das Gesetz Fälle, in denen der Arbeitgeber verpflichtet ist, das Gehalt zu zahlen auch wenn der Arbeitnehmer nicht zur Arbeit erscheint – zum Beispiel bei schwerer Krankheit von kleinen Kindern, beim Versterben naher Angehöriger oder der Geburt des eigenen Kindes (§ 616 BGB). 

Aber Richterinnen und Richter gehen aller Wahrscheinlichkeit nicht so weit, einen derartigen Grund für Sonderurlaub anzuerkennen, wenn das Haustier verstirbt oder echte Probleme hat. Natürlich kann man sich Fälle ausdenken, in denen akute Gefahren für ein Hund oder eine Katz bestehen und diesen aus Gründen des Tierschutzes begegnet werden muss. Das kann aber nicht dazu führen, einen ganzen Tag Arbeit zu verpassen. Grundsätzlich geht die Dienstpflicht hier vor. 

Jedenfalls kann ich Arbeitnehmern, die in einer Branche abreiten, die Fachkräfte sucht, nur raten, entsprechende Forderungen bei den Verhandlungen über einen Arbeitsvertrag zu stellen. Lasst Euch in den Vertrag schreiben, dass Ihr einen Tag zu Hause bleiben könnt, wenn Euer Hund stirbt oder einen halben Tag, wenn er zum Tierarzt muss. Einige Arbeitgeber werden vielleicht denken, das sei etwas skurril und im ersten Moment stutzen. 

Ich würde es als Arbeitgeber aber gestatten. Denn wie häufig wird ein Hund sterben? Und wenn er stirbt: Möchte ich dann, dass mein Kollege zur Arbeit trottet und gar nicht in der Lage ist, einen Handschlag zu tun?


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